Tafelangebot hängt von Spenden ab

Tafelangebot hängt von Spenden ab

Oberkirch (kr). In Deutschland gibt es Lebensmittel im Überfluss und dennoch Menschen, die zu wenig haben – auch im Renchtal. Seit zehn Jahren sammelt der Tafelladen in Oberkirch überschüssige Lebensmittel ein und verkauft sie zum symbolischen Preis an Bedürftige. Das Konzept der Tafel funktioniert nur durch die Spendenbereitschaft des Lebensmittelhandels und die von zahlreichen privaten Spendern.

Wer im Oberkircher Tafelladen einkauft, findet jede Woche ein anders zusammengesetztes Sortiment vor. Denn was in den Regalen der Tafel liegt, hängt von den Spenden der Lebensmittelgeschäfte ab. »Wir spenden an die Tafel Obst, was wir nicht mehr verkaufen können sowie Waren, die sich dem Mindesthaltbarkeitsdatum nähern. Das geht dann quer durch das Sortiment«, schildert Jens Decker, Geschäftsführer von Decker’s Frischecenter. Das Geschäft gehört seit Beginn an zu den Spendern der Tafel. »Zum einen wollen wir das Wegwerfen von Lebensmitteln vermeiden, zum anderen tun wir auch gerne etwas Gutes«, betont Decker. Brötchen, Brot und Süßteile gibt es jede Woche von der Confiserie Gmeiner und der dazugehörigen Bäckerei Beiser. »Uns motiviert der gesunde Menschenverstand. Wir wollen nicht wie viele Bäckereikollegen bis zur letzten halben Stunde volle Theken oder Brotregale haben. Wir bevorzugen leere Regale und leere Theken. Sollte doch was übrig sein, kanalisieren wir das mit gutem Gewissen zur Tafel«, sagt Volker Gmeiner. Wurst und Käse können die Fahrer der Oberkircher Tafel unter anderem bei der Metzgerei Müller abholen. »Die Ware ist noch gut. Wenn sie aber noch ein paar Tage im Geschäft ausliegen würde, dann müssten wir sie wegwerfen. Dann verschenken wir sie lieber für den guten Zweck«, erklärt Bernd Müller. Neben den Geschäften profitiert die Tafel immer wieder von privaten Spendern. Wie zum Beispiel von Rita und Karl Müller. Sie erkundigen sich alle paar Wochen, welche Produkte benötigt werden und kaufen dann zum Beispiel einen Karton Butter oder Joghurt. »Wenn wir ein Fest feiern, bitten wir die Gäste, statt Geschenken um eine Spende für die Tafel«, erzählt Rita Müller. Kartoffeln vom Markt gibt es jede Woche dank der Spende von Friedbert und Inge Dietsche. Das Ehepaar, das die Räumlichkeiten an die Tafel vermietet, sagt: »Wenn man genug hat, muss man auch etwas abgeben.« Sonja Erb und Alexander Maier rufen ebenfalls regelmäßig beim Tafelladen an und fragen, welche Waren benötigt werden. Mit einem Karton Milch, Käse oder Zucker stockt das Paar dann das Sortiment der Tafel auf. Keine Lebensmittel, sondern das Geld für das Benzin für das Tafelfahrzeug erhält der Tafelladen vom Lions Club Oberkirch-Schauenburg. »Der Lions Club ist ein internationaler Service-Club. Uns ist es aber ein großes Anliegen, hier in der Region zu wirken. Die Tafel ist eine Klasse Einrichtung, die wir sehr gerne unterstützen «, sagt Lions-Präsident Jörg Ammann.