Tafel Oberkirch ist personell gut aufgestellt

In Deutschland kämpfen immer mehr Tafelläden mit personellen Engpässen. Manches Angebot musste sogar schon eingestellt werden. Die Acher-Rench-Zeitung hat bei den Verantwortlichen der Oberkircher Tafel nachgefragt, ob auch hier Personalnot herrscht.

Die Oberkircher Tafel hat einmal die Woche für vier Stunden geöffnet, damit bedürftige Menschen  aus dem Renchtal dort Lebensmittel zum symbolischen Preis einkaufen können. Hinter den vier Stunden Öffnungszeit steckt allerdings deutlich mehr Arbeit als nur der Verkauf am Donnerstagnachmittag. Die ehrenamtlichen Fahrer der Tafel holen mehrmals die Wochen Waren ab, die Lebensmittel müssen sortiert und gelagert werden und hinter dem Dienst der Tafel steckt jede Menge Organisations- und Verwaltungsarbeit. Insgesamt 50 ehrenamtliche Mitglieder sind bei der Oberkircher Tafel engagiert – in unterschiedlichem Umfang. »Damit sind wir gut aufgestellt«, sagt Teamleiterin Gertrud Erdrich. Immer wieder gebe es Freiwillige, die sich engagieren wollten.

                  

Bei der Tafel Oberkirch erhalten Bedürftige Lebensmittel zum symbolischen Preis.

Ladenleiterin Liane Früh (links) und Teamleiterin Gertrud Erdrich.

Allerdings stellt sie eines fest: »Wenn ich oder die Ladenleiterin Liane Früh einen Nachfolger finden müsste, dann sähe es anders aus.« Zwar gäbe es ausreichend Menschen, die beim Einräumen von Waren und beim Verkauf helfen, mehr Verantwortung übernehmen wolle aber selten jemand. Noch steht keine Nachfolgefrage für Mitglieder der Leitungsebene im Raum. Sollte es aber mal so sein, erwarten Liane Früh und Gertrud Erdrich eine schwierige Suche. Wie in anderen Tafeln ist auch in Oberkirch der Altersdurchschnitt der ehrenamtlichen Mitarbeiter eher hoch. Die jüngsten Mitarbeiter sind über 50 Jahre alt. Zum Team gehören viele Rentner und Hausfrauen. Momentan sind 130 Haushalte aus dem Renchtal berechtigt, bei der Tafel einzukaufen. »Die Warteliste ist abgearbeitet. Wer bei uns einkaufen darf und möchte, kann das auch tun«, berichtet Liane Früh. Da die Containersiedlung zur Unterbringung von Flüchtlingen der Vergangenheit angehört, sind dadurch einige Kunden weggefallen. Die zunehmende Rentnerarmut, von der immer wieder die Rede ist, bekommt die Tafel noch nicht zu spüren. »Es kann gut sein, dass sich viele bedürftige Rentner nicht trauen, bei der Tafel einzukaufen. Da gibt es für viele eine hohe Hemmschwelle«, vermutet Liane Früh.

Auch was die Waren angeht, ist die Oberkircher Tafel aktuell sehr zufrieden. »Die Weihnachtszeit ist traditionell eine Zeit, in der viele Spenden bei uns ankommen«, berichtet Gertrud Erdrich. Von diesen Spenden zehrt die Tafel bis ungefähr Ostern. Allerdings bringen die Spenden auch ein Problem mit sich. In den Räumen der Tafel gibt es wenig Lagerraum, weshalb die Mitarbeiter immer wieder damit beschäftigt sind, die Waren sinnvoll zu sortieren und zu verstauen. Nachdem die Tafel Oberkirch im vergangenen Jahr einen neuen Kühlwagen erhalten hat, steht für 2019 ein neues Projekt an: »Wir möchten unser Büro renovieren.«