BZ: Tafel Offenburg versorgt 5000 Menschen mit Grundnahrungsmitteln

BZ: Tafel Offenburg versorgt 5000 Menschen mit Grundnahrungsmitteln

OFFENBURG. Die Tafel Offenburg versorgt rund 5000 Menschen mit Lebensmitteln. „Was uns beflügelt ist, dass Geben auch ein Nehmen ist“, beschrieb Ilse Herberg, Mitbegründerin der Einrichtung, bei der Mitgliederversammlung den Geist der rund 115 ehrenamtlichen Mitarbeiter im Verkauf und im Fahrdienst. Sie dankte ihnen für ihre wertvolle Arbeit für bedürftige Mitmenschen, die auch soziale Begegnung sei. Neue Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst und als Lehrende für Bildungsprojekt werden gesucht.

Täglich werden alle Märkte und Bäcker von Schutterwald bis Hausach angefahren, die Ware wird dann auch an die Nachbartafeln zwischen Waldkirch und Achern verteilt. Laut dem Vorsitzenden Wolfhart von Zabiensky wurden im vergangenen Jahr 1250 Paletten Lebensmitteln verteilt. 1300 Familien in Offenburg haben eine Kundenkarte. Das bedeutet: Etwa 5000 Menschen werden mit Grundnahrungsmitteln versorgt, sie können sich aus dem Angebot aussuchen, was sie wollen, und bezahlen dafür etwa 15 Prozent des normalen Preises.

Die Kunden der Tafel sind hauptsächlich Sozialhilfeempfänger, Asylsuchende, Rentner und Wohngeldempfänger. Einen gesonderten Einkaufstag pro Woche gibt es für Kranke, Schwangere und Menschen mit Handikap, in besonderen Einzelfällen wird ihnen die Ware nach Hause geliefert. Die mobile Tafel Gengenbach in der Kinzigtalhalle habe rund 100 Kundenkarten ausgegeben, wie von Zabiensky bekannt gab. 115 Kundenkarten seien bei der Tafel Oberkirch im Umlauf. Dort gebe es ab und zu Frühstück und Mittagessen für Senioren, außerdem einen Eistag für Kinder und Erwachsene, zu besonderen Anlässen dürfe umsonst eingekauft werden, berichtete Gertrud Erdrich. Neben der Abgabe von Lebensmitteln unterhält die Tafel das Bildungsprojekt, das Kindern von Tafel-Kunden bessere Chancen ermöglicht. Mit Unterstützung von Kooperationspartnern und der Stadt organisiert die Tafel seit Jahren die Schulranzen-Aktion für Schulanfänger, außerdem bekommen derzeit 44 Kinder mit Lernschwierigkeiten Nachhilfe, Hausaufgabenkontrolle sowie Beratung und Hilfe bei Berufswahl und Wahl eines Ausbildungsplatzes. 18 Lehrende engagieren sich ehrenamtlich: Schüler, Studenten und pensionierte Lehrer. Mit Erfolg, wie der Vorstand berichtete, er sprach von „deutlichen Verbesserungen“. Da noch sechs Kinder auf der Warteliste stehen, werden weitere Lehrende gesucht.

Laut Bericht zur Kassenprüfung von Robert Pellengahr und Christine Huber wurden im vergangenen Jahr 230 000 Euro umgesetzt. Wichtige Investitionen seit April 2017 seien unter anderem eine neue Telefonanlage sowie die Renovierung und Einrichtung der Unterrichts-und Sozialräume gewesen. Kosten verursachten auch die Reparatur und Wartung der Kühlanlage, die Wartung der Autos und die TÜV-Abnahme. Geschäftsführerin Monika Strauch stellte danach den Verein „Frauen helfen Frauen“ vor. „Wir sind dankbar für die Kooperation“, sagte sie und bedankte sich für den unbürokratischen Zugang, den die Frauen des Frauenhauses anonym nutzen können.

Axel Richter engagiert sich im Verein „Pflasterstube“ des Ursula-Heimes für die medizinische Grundversorgung obdachloser Menschen. Ohne Ernährung und medizinische Betreuung sei soziale Versorgung nicht möglich, deshalb sei auch er dankbar für die Zusammenarbeit mit der Tafel. Auch die Bahnhofsmission gehört zum Netzwerk der Hilfen für Bedürftige in Offenburg, berichtete Dieter Bergmann von der Anlaufstelle auf Gleis eins. Die Einrichtung sei oft erste Kontaktstelle auch für Obdachlose, dankte er der Tafel für die Unterstützung.

Die Tafelbewegung ist dieses Jahr 25 Jahre alt. 934 Tafeln gibt es in Deutschland. Die erste Tafel in Baden-Württemberg wurde 1993 eröffnet. Auf der Basis einer privaten Initiative wurde 1999 die Offenburger Tafel „Am Unteren Mühlbach 1“ gegründet. Der Begriff Tafel ist geschützt. 2017 wurde die Offenburger Tafel per Satzungsänderung umbenannt in Tafel Offenburg.