Bürgerstiftung St. Andreas fördert Offenburger Tafel

Bürgerstiftung St. Andreas fördert Offenburger Tafel

In der achten Förderperiode erhalten 23 Projekte Gelder von der St.-Andreas-Stiftung – insbesondere solche zur Integration von Flüchtlingen. Die Zahl der Stifter wuchs auf 308, und auch das Vermögen entwickelte sich in Richtung Vier-Millionen-Euro-Grenze. Allerdings wird der Erfolg von der Entwicklung auf dem Kapitalmarkt überschattet.

»Flüchtlingshilfe und Integration sind 2016/17 unser Schwerpunktthema«, sagte Oberbürgermeisterin Edith Schreiner bei der Stifterversammlung im Salmen. Am Montagabend, dem Andreastag, hatten sich die Mitglieder der gleichnamigen Bürgerstiftung getroffen: 23 neue Projekte wurden vorgestellt.

Für die Flüchtlingshilfe und die Integration der Neuankömmlinge investiert die Andreasstiftung in Projekte in Offenburg rund 36 000 Euro. Unterstützt werden die Flüchtlingshilfe Rebland (7500 Euro), das Projekt »Elterncafé für Kinder mit Fluchterfahrung« an der Astrid-Lindgren-Schule (5000 Euro), der Ausbau der Kleiderkammer bei der Caritas (2450 Euro), das Projekt »Schau mich an«, bei dem der Arbeitskreis Asyl Flüchtlingen ein Gesicht gibt (2000 Euro), und die Fahrradwerkstatt (1500 Euro).

Dazu kommen Gelder für Theater- und Kunstprojekte, die sich ebenfalls mit dem aktuellen Thema auseinanderzusetzen. Neben der generellen Förderung der Jungen Theaterakademie, für die die Andreasstiftung über vier Jahre­ eine Anschubfinanzierung für die Kooperationsstelle leistet (10 000 Euro), werden zwei konkrete Theatervorhaben mit je 3000 Euro gefördert: Regisseurin Annette Müller wird mit Flüchtlingen und Offenburgern ein Stück entwickeln, Paul Barone das Thema anhand des Odysseus-Mythos bearbeiten.

Das »Weltentanztheater« der Kunstschule, in dem junge Flüchtlinge mitwirken, erhält ebenso 5000 Euro wie »Kunstbonbon«, mit dem die Kunstschule spontan entstehende Projekte fördern möchte. Für das Hip-Hop-Benefiz, das regelmäßig rund 1000 Besucher in die Nordwesthalle lockt, erhält Denis Arifov mit seinem Verein 3000 Euro.

Mit einer Kunst- und Musiktherapie soll Patienten auf der Palliativstation eine Möglichkeit geboten werden, ihre Situation zu bewältigen. Die zunächst einjährige Projektphase unterstützt die Andreas­stiftung mit 7500 Euro.

Mit diplomatischen Worten kündigte Fink auch eine Spende über 3000 Euro für den Verein Alte Spinnerei – Kreativraum am Mühlbach an; die Gelder waren für die Öffentlichkeitsarbeit beantragt worden. Jedoch war der Verein in der letzten Gemeinderatssitzung per Entscheid kurzerhand in den Schlachthof »umquartiert« worden. Diese Überraschung müssen die Vereinsmitglieder erst einmal verdauen. Fink wünschte viel Kraft. Ebenfalls jeweils 3000 Euro gibt es für Sachmittel, die dem Reitverein ein therapeutisches Reiten und der Drogenberatung eine neue Einrichtung ermöglichen. Für spezielle Mädchenprojekte – Selbstbehauptung an der Waldbachschule, Babybedenkzeit beim Sozialdienst Katholischer Frauen – gibt die Stiftung ebenfalls Gelder.

165 000 Euro verteilt

Erfolgreich abgeschlossene Projekte, aber auch ein Problem waren Thema bei den Reden bei der Stifterversammlung: Das niedrige Zinsniveau macht der Bürgerstiftung zu schaffen. Laut Schreiner sind die Kapitalerträge um 60 000 Euro gesunken: Statt wie ehedem 225 000 Euro können in den kommenden beiden Jahren nur noch 165 000 Euro verteilt werden. »Wir konnten nicht alle Wünsche zu 100 Prozent erfüllen«, erklärte die Stiftungsratsvorsitzende.

»Die Sicherung der Kapitaleinkünfte« sei eine wichtige Aufgabe, betonte auch Stiftungsratssprecher Armin Fink. Schreiner hatte in ihrer Rede darauf hingewiesen, dass durch den Kauf zweier Eigentumswohnungen im »Seidenfaden« im Oktober 2014 wieder mehr Erträge erwirtschaftet werden sollen. Im Jahr 2014 gab es rund 670 000 Euro an Zustiftungen und es konnten neue Stifter gewonnen werden.

Was ihr Einsatz bringt, erlebten die Stifter bei der musikalischen Umrahmung: Die beiden Jugend-musiziert-Preisträgerinnen Franziska Armbruster (Oboe) und Hannah Koob (Saxophon) begeisterten mit ihrer Musik. Danijel Ibrahimovic, der mit den Eltern aus Serbien nach Offenburg kam, beeindruckte mit seinem Geigenspiel. Sein Talent fördert die Stiftung mit einem Stipendium.